Nachhaltigkeit – das neue Schlagwort der Marketingabteilung

Schon die neuen Werbeplakate mit den nachhaltigen Bananen der Migros gesehen? Ich sah gestern eines und staunte! Banane und Nachhaltigkeit – aus meiner Sicht eine Herausforderung.

Ich wurde neugierig und recherchierte mal bei Migros nach, damit ich lerne zu verstehen. Ich wurde fündig. Es handelt sich um ein Projekt in Zusammenarbeit mit dem WWF zu einer „garantierten kontinuierlichen Verbesserung ökologischer und sozialer Kriterien“ bei der Herstellung von Bananen in Kolumbien und Ecuador. Alle Ziele können unter dem Link unten nachlesen werden.
Dass wir Regenwald zerstören, um Bananenplantagen zu errichten, sollte bekannt sein. Trotzdem finde ich das angestrebte Ziel „reduzierter und noch verantwortungsvollerer Einsatz von Pflanzenschutzmitteln“ sehr lobenswert. Aber ehrlich, was soll das genau heissen und was bedeutet das am Ende dann doch noch an Gifteinsatz? Denn letztendlich wird „verantwortungsvoll“ weitergespritzt.
Spannend finde ich auch das Ziel der „Reduktion der Treibhausemission“. Kolumbien und Ecuador liegen doch immer noch in Südamerika oder ziehen die jetzt nach Europa um?
Was ich mich auch noch frage, ist, wie kann man den Gesundheitsschutz der Arbeiter wirklich verbessern und einen verantwortungsvollen Umgang mit Wasser und Abwasser pflegen, wenn man immer noch Giftstoffe und künstlichen Dünger grossflächig einsetzt?

Versteht mich bitte nicht falsch. Ich begrüsse es sehr, dass Migros etwas unternimmt. Ich finde es aber furchtbar, dass damit dem Konsumenten ein gutes und nachhaltiges Gewissen verkauft wird, bei einem Massenprodukt, das unnachhaltig Regenwälder zerstört und Treibhausgase ausstossend tausende von Kilometer reisen muss, bis es auf unserem Tisch landet. Ausserdem kosten Bananen aus Südamerika weniger als Äpfel aus der Schweiz!
Dass der WWF solches „green washing“ unterstützt, wird ja schon seit Jahren kritisiert. Das muss ich jetzt nicht auch noch.

Also liebe Konsumenten, lasst euch nichts vormachen und auch nicht durch die Marketingtricks der Unternehmen zu einem guten Gewissen verführen. Bananen gehören wenn, dann als Raritäten auf unseren Speisezettel und diese gäbe es auch von den Kanarischen Inseln zu holen. Da wären sie reifer und näher und könnten den seltenen Wunsch nach dem Luxus einer Rarität durchaus decken.

Sieglinde Lorz

https://www.migros.ch/de/kontakt/produkteinhalte-und-herkunft/bananen.html

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