„Home“ – Eine Hommage an die Erde

„Home“ – ein Film über den Planeten Erde. Über die Entstehung des Lebens und das Zusammenspiel des Ökosystems, wo alles perfekt aufeinander abgestimmt ist und miteinander funktioniert. Das, bis der Mensch – das einzige Wesen mit Vernunft – kam und sich von der Natur weg entwickelte. Wir erheben uns über die Natur und entfernten uns immer mehr von ihr. Trotz der intensiven Forschung verstehen wir heute weniger davon als die Naturvölker, welche mit ihr im Einklang leben.

Durch die Entdeckung der fossilen Brennstoffe kam der Aufschwung und die Massenproduktion vom Band. Maschinen wurden erfunden und verhalfen uns immer mehr zu Wohlstand. Die Bevölkerung explodierte durch den Fortschritt in Technik und Wissenschaft. Die letzten 50 Jahre der industriellen Revolution waren verheerender, als die ganzen 20’000 Jahre davor. Wir zogen vom Land weg und bauten (in den letzten 20 Jahre) gigantische Städte in Wüsten auf, wo es eigentlich keinen Tropfen Wasser gibt. Wolkenkratzer wurden ein Symbol von Wohlstand und Macht. Wir leben heute in einem Komfort und Überfluss, der keine materiellen Wünsche unbefriedigt lässt.

Doch gleichzeitig opfern wir die Natur durch deren Ausbeutung. Wir sind Verbraucher in einem Kreislauf der Natur, in dem wir kaum etwas zurück geben. Wir bauen Getreide für die Tiere an, statt für uns Menschen. Wir holzen ab, pflanzen immer mehr Monokulturen an und rotten eine Art nach der anderen aus. Wir heizen die Erde auf. Wohlstand und Reichtum gibt es nur für die wenigen Gewinner, welche auf dem Rücken der Verlierer entsteht, die an den Rändern der Millionenstädte auf Müllkippen leben und nicht in den schicken Vorstädten mit Einfamilienhäusern, oder den teuren Hochhäusern in der City.

Wir müssen immer mehr Mauern bauen, um „das Glück einiger vor dem Elend der anderen zu schützen“. Wir leben einen Systemfehler. „Wir heizen das Wachstum an wie einen unersättlichen Motor, der immer mehr Benzin braucht.“ Doch Wachstum bringt nur noch mehr Ungerechtigkeit, Armut und Zerstörung. Es nimmt uns den Boden unter den Füssen weg. Verwandelt fruchtbaren Boden in Wüsten. Wir hängen von der Technik und den Maschinen ab. „Das Ende der Erdölforderung wird unser Leben bestimmen.“ Die Kriege darum führen wir heute schon im nahen Osten und in Afrika.

Nur langsam fangen wir an umzudenken. Wir reden über erneuerbare Energien und manchmal tun wir auch etwas dafür. Doch das reicht nicht. Schon gar nicht, wenn wir dabei im Hinterkopf schon wieder nur das Wirtschaftswachstum haben und Arbeitsplätze sichern wollen. Nicht die Arbeitsplätze ernähren uns, sondern die Pflanzen dieser Erde. Die können nur in einem intakten Ökosystem wachsen. Dazu brauchen sie weder chemische Düngemittel noch Pestizide, welche beide auch wiederum aus Erdöl gewonnen werden. Im Gegenteil, mit der ganzen chemischen und maschinellen Landwirtschaft haben wir den humusreichen Boden zerstört. Unsere heutigen Böden sind leblos und hängen am Tropf der agrochemischen Industrie und somit an den sehr endlichen Erdölreserven.

Der Film ist ein Überblick und kann nicht die Details zu allen Themen in der Tiefe bringen. Doch er zeigt uns, wir müssen verantwortliche Verbraucher werden. Wir müssen das System hinterfragen und ändern. Wir müssen anfangen miteinander und füreinander zu handeln, damit wir als Spezies zusammen mit den anderen Arten überleben können.

Es gibt immer mehr Länder die anfangen umzudenken. Costa Rica z.B. hat keine Armee mehr und hat sich entschieden, das Geld in den Naturschutz zu investieren.

Egal welchen Weg wir gehen, die Entscheidung liegt bei uns. Doch nur ein Weg der Achtsamkeit, Genügsamkeit, des Miteinander und des Friedens wird eine Lösung bringen, die unser Überleben, als menschliches Wesen mit Vernunft, sichert.

Lasst uns heute damit beginnen.

Sieglinde Lorz

Link zum Film „Home“ in voller Länge. https://www.youtube.com/watch?v=39ZtMx4PcsA

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Stromversorgung ist keine Sache von Grosskonzernen

Kürzlich hörte ich eine Rede der BKW-Chefin, welche sagte, die Zukunft der BKW liege nicht in der Energieerzeugung. Das werde in Zukunft durch immer mehr kleine, regionale Energiewerke erledigt werden. Der Trend geht jetzt schon eindeutig in die Richtung. Wichtiger ist für sie in Zukunft das Stromnetz, welches die Verteilung gewährleistet.
So sehr mich diese Aussage überrascht hat, so sehr hat sie mich auch gefreut. Ich hätte nicht gedacht, dass die Erkenntnis schon so weit fortgeschritten ist, und vor allem auch in der Anerkennung der Sinnhaftigkeit dessen.

Wir brauchen heute nicht einfach nur Strom, sondern unser Leben hängt davon ab. Ohne Strom steht nicht nur das öffentliche Leben still, sondern wir kommen an so gut wie keine Lebensmittel mehr (höchstens wir wohnen neben einem Bauern) und an vielen Orten würde sogar der Wasserhahn trocken bleiben. Das ist den meisten Menschen nicht bewusst. Aber den Politikern und den involvierten Unternehmen, wenn sie von Versorgungssicherheit sprechen, umso mehr.
Versorgungssicherheit hat mehrere Aspekte und man kann sie sehr flexibel auslegen. Welchen Wert nimmt man nun als Massstab einer gegebenen Versorgungssicherheit, wenn man als grosser Konzern mit dem Verkauf von Strom seinen Aktionären auch noch dienen möchte und das in einem Wirtschaftssystem, das auf Wachstum basiert und sich somit in einem Konkurrenzkampf auf einem Markt gegen andere behaupten muss? Oder als kleines regionales oder sogar lokales genossenschaftliches Unternehmen, dass für eine Stadt, eine Gemeinde oder auch nur eine Siedlung verantwortlich ist? Welche Sicht vertreten Politiker, die einerseits die Sicht des Volkes vertreten sollen, aus dem politischen Selbsterhaltungstrieb den Wohlstand ohne Verzicht garantieren müssen, andererseits an Grossunternehmen beteiligt sind, deren Gewinn oder Verlust die Bilanz des Regierungsbezirks (z.B. Kanton) massgeblich beeinflussen? Wobei der Wohlstand des Volkes mit unendlich wachsendem Konsum, sicheren Arbeitsplätzen und einem nachhaltigen, naturerhaltenden Wirtschaften gleichgesetzt wird. In sich paradox.
Grosskonzerne brauchen immer neue und grössere Absatzmärkte. Dies ist nur möglich, wenn der Energieverbrauch steigt, oder wenn sie sich gegenseitig dauernd die Kuchenstücke wegnehmen. Da Letzteres anstrengend und frustrierend ist, ist Ersteres anzustreben. Wenn dann auch noch Elektrogeräte immer effizienter werden, ist es umso wichtiger, dass es immer mehr davon gibt. Darauf allerdings können sie sich verlassen, da auch der Rest der Wirtschaft wachsen muss und das gleiche Ziel hat, immer mehr zu produzieren und zu verkaufen. Das heisst aber auch, die ganze Effizienzsteigerung der letzten Jahre hat den Energieverbrauch keinesfalls gesenkt, sondern immer mehr gesteigert. Mit dem technologischen Fortschritt und der Ausdehnung auf immer mehr Gebiete, sind wir in unserer Versorgungssicherheit im Alltag, neben dem höheren Verbrauch, auch immer abhängiger davon geworden.
Wenn ein grosser Konzern dies leisten muss, dann ist bei einem Produktionsengpass oder -ausfall, immer ein sehr grosses Gebiet und ein sehr grosser Teil der Bevölkerung betroffen. Hat ein regionales Unternehmen eine Panne, sind Wenige betroffen und die regionalen Nachbarn können mit Strom, oder der notwendigen Alltagsversorgung aushelfen.
Aus diesen Beispielen heraus erkennen wir ganz klar den Vorteil und die Sicherheit in der Versorgung durch lokale Stromproduzenten, welche ausserdem die Versorgungssicherheit in Vordergrund stellen und nicht den Erlös aus der Produktion und dem Verkauf. Wenn eine Gemeinschaft sich selber versorgt, dann setzt sie sich sehr kritisch mit allen 3 Punkten auseinander. Wofür produziere ich, wie produziere ich und wie sieht das Notfallkonzept bei einer Unterversorgung oder einem Ausfall aus.
Aus Sicht der Konzerne würde eine Selbstverantwortung für die Erzeugung ihres verbrauchten Stroms ein anderes Denken hervorbringen. Heute ist ein gängiges Modell der Marktwirtschaft, wer grosse Mengen kauft, bekommt Mengenrabatt. Bei einer Selbstversorgung wäre das nicht mehr der Fall. Erst Recht nicht, wenn ein Verbot oder eine sehr starke Besteuerung von fossilen Energien bzw einem umweltschädlichen Verhalten den Anreiz für ein Umdenken unterstützen würde. Auch Unternehmen, die an der lokalen Versorgung einer Gemeinde hängen, werden bei einer genossenschaftlichen Ausrichtung des Versorgers, ihr Verhalten den Zielen der Genossenschaft anpassen müssen. Für Grosskonzerne aus meiner Sicht undenkbar. Innovationen und technologischer Fortschritt im Bezug auf weniger Verbrauch, oder sogar noch das Umdenken im Bezug auf Marktwirtschaft und Konsum wäre sicher eine Folge davon.
Effizienz führt uns nicht in eine versorgungssichere Zukunft, schon gar nicht auf Basis von erneuerbaren Energien. Nur mit Suffizienz und dem radikalen Überdenken unseres von der Technik abhängigen Wohlstandbildes können wir ein böses Erwachen eines Tages verhindern.

Sieglinde Lorz